Sprachförderung
Denkendorfer Modell
Für Kinder, die eine andere Muttersprache sprechen und Kinder mit Deutsch als Muttersprache, die deutliche Defizite im Wortschatz aufzeigen, bieten wir wöchentlich Sprachhilfe nach dem Denkendorfer Modell an. Dieses Angebot, das seit Herbst 2003 ein festes Element unserer Einrichtung ist, kostet jährlich 55,-€.
Durch die Hilfe unserer Sprachhelferin Frau Röck soll den Kindern der Erwerb der deutschen (Zweit)sprache erleichtert werden und ihnen Freude an ihrem Gebrauch machen.
Dabei zeigen die sprachwissenschaftlichen Erkenntnisse, dass Kinder, die ihre Elternsprache gut beherrschen und diese positiv bewerten, die besten Voraussetzungen für den Erwerb der Zweitsprache mitbringen.
Bei der Sprachhilfe ist es wichtig jedes Kind dort abzuholen, wo es gerade mit seinen Frage- und Antwortmöglichkeiten, seine Stärken und Grenzen, seinen Erfahrungen der Geborgenheit, seinen Ängsten und Hoffnungen steht.
Sie soll dem Kind im "Hier und Jetzt" helfen, die Orientierung in seiner Welt zu erleichtern und seine Beziehungen zu Menschen, Tieren, Sachen und seiner konkret erfahrbaren Welt positiv zu gestalten.
Deshalb sind die Förderziele, Themen, Aktivitäten und Gesprächsimpulse so ausgewählt, dass das Kind die deutsche (Zweit)sprache so lernt, dass es möglichst bald gleichberechtigt am Freispiel und allen Angeboten des Kinderhauses teilnehmen kann.
Die Einheiten sind in konzentrischen Erfahrungskreisen aufgebaut und beinhalten Themenfolgen wie: "Ich und mein Name" - "Wie heißt du?" - "Ich und mein Körper - und was ich damit schon alles machen kann" - "Ich und meine Kleider" - "Die Spielorte und das Spielzeug im Kinderhaus" - ...
Diese Themen orientieren sich an den Situationen, die Kinder tatsächlich erleben. Die Sprachhilfe, die in Kleingruppen oder als Einzelförderung stattfindet, soll ein ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen, vor allem im Zusammenspiel von Sprache und Bewegung ermöglichen. Dieses spielerische Lernen kann folgende Inhalte haben: Singen, Erzählen, kreatives Gestalten, Finger- und Handgestenspiele, Mitmachgeschichten, Pantominen- und Gebärdenspiele, Spiellieder, Tischtheater, Exkursionen zum Arzt oder Obsthändler,...
Seit dem Kindergartenjahr 2006/2007 bieten wir dieses Modell auch für Kinder, deren Wortschatz schwach entwickelt ist, an.

Nachhaltiger Beginn
Seit Oktober 2011 bietet das Kinderhaus in beiden Krippengruppen das Sprachförderprojekt "Nachhaltiger Beginn" an.
Wesentliche Elemente dieses Sprachförderprojekts sind die frühzeitige Förderung der deutschen Sprache, die nachhaltige Beziehungsgestaltung und eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern.
Durch das Projekt sollen alle „neuen“ Kinder ab dem 2. Lebensjahr individuell und ganzheitlich im Erlernen und Vertiefen der deutschen Sprache gefördert werden.
Da die Sprache die wesentliche Voraussetzung für Bildung ist, kann nicht früh genug damit begonnen werden.
Der Aufbau von Beziehungen zwischen der Erzieherin und dem Kind, sowie der Kontakt zu den Eltern sind gleichermaßen wichtig. Die Eltern werden von Anfang an in die Förderung der Kinder einbezogen.
Durch den intensiven Austausch zwischen Fachkräften und Eltern in unterschiedlichen Formen werden sie zu „Erziehungspartnern“.
Um Beziehungen zu den Kindern und Eltern optimal auf-/ auszubauen und zu fördern ist es sinnvoll, dass die Bezugserzieherin (Gruppenleitung) dieses Angebot durchführt.
Das Projekt findet 2 – 3 Mal in der Woche vormittags für ca. 20 – 30 Min. statt und dauert ein halbes Jahr.
Es wird von den Gruppenleiterinnen der Krippengruppen Frau Andrea Beiter und Frau Elke Maute durchgeführt.
Gleichzeitig werden mehrere ausführliche Elterngespräche geführt, ebenso findet im ca. 8 – wöchigen Rhythmus ein Elterngesprächskreis mit den Eltern der „Projektkinder“ statt.

Ambulanter Sprachheilkurs
Für Vorschulkinder und Schulkinder ab ca. 4 Jahren mit ambulant zu behandelnden Sprachproblemen, vorwiegend im Bereich der Artikulation (z.B. Lispeln) wird in 31 Orten Oberschwabens von den Zieglerschen Anstalten eine kostenlose und wohnortnahe Behandlung in so genannten Sprachheilkursen angeboten. Die Behandlung der Kinder erfolgt meist an Schulen oder Kindergärten.
Die Sprachförderung erfolgt durch ausgebildete Sprachheillehrer/innen des Hör-Sprachzentrums in einer wöchentlichen Sitzung (gleicher Wochentag, gleiche Uhrzeit, Terminabsprache ist möglich). Eine ärztliche Verordnung ist NICHT erforderlich. Die Sitzungen dauern in der Regel 20 Minuten und ermöglichen eine intensive Einzelförderung des Kindes. Die Anwesenheit der Eltern ist ausdrücklich erwünscht.
Die Dauer der Förderung hängt von Art und Umfang der Sprachauffälligkeit, aber auch von der Mitarbeit des Kindes ab. Sie liegt im Durchschnitt bei 8 Sitzungen. Und am Ende steht fast immer ein Erfolg:
In 96% aller Fälle konnte die ambulante Förderung erfolgreich abgeschlossen werden.
